Vergleich

Spooly oder Spoolman: ein ehrlicher Vergleich

Kurz gesagt: Spoolman passt, wenn du Klipper oder OctoPrint nutzt, gern einen eigenen Server betreibst und Open Source willst. Es kostet nichts und bucht den Verbrauch über Moonraker live. Spooly passt, wenn du mit Bambu Lab, Prusa Connect oder Anycubic Cloud druckst, nichts installieren willst und deinen Bestand vor allem am Handy pflegst.

Ich habe Spooly gebaut und entwickle es allein in Wien. Spoolman ist ein Open-Source-Projekt, das sein Entwickler in seiner Freizeit pflegt. Beide lösen dasselbe Problem auf unterschiedliche Art. Hier steht, wo welches besser ist, auch wenn die Antwort Spoolman lautet.

Die Unterschiede auf einen Blick

Spoolman und Spooly im Vergleich
BetriebSpoolmanSelbst gehostet: Docker oder Linux-Installation, etwa auf einem Raspberry PiSpoolyGehosteter Dienst, Server in der EU (Hetzner), nichts zu installieren
PreisSpoolmanKostenlosSpoolyFree bis 20 Spulen. Pro: 2,99 EUR im Monat, 28,70 EUR im Jahr oder 99,99 EUR einmalig. 14 Tage Trial ohne Kreditkarte
QuellcodeSpoolmanOpen Source (MIT-Lizenz)SpoolyNicht Open Source
KlipperSpoolmanEingebaut über Moonraker, Anzeige in Fluidd, Mainsail und KlipperScreenSpoolyÜber die Spooly Bridge, noch nicht für alle freigeschaltet
OctoPrintSpoolmanÜber das Community-Plugin OctoPrint-SpoolmanSpoolyEigenes Plugin, Early Alpha
Bambu LabSpoolmanNicht eingebaut, nur über Drittprojekte wie SpoolmanSync oder BambuddySpoolyEingebaut über die Bambu Lab Cloud, mit AMS-Slots und MQTT
Prusa ConnectSpoolmanNicht eingebautSpoolyEingebaut, auch mit INDX
Anycubic CloudSpoolmanNicht eingebautSpoolyEingebaut (inoffizielle Schnittstelle)
Creality CloudSpoolmanNicht eingebaut, nur über SpoolmanSync (Home Assistant)SpoolyAuf der Roadmap
Home Assistant, APISpoolmanHome-Assistant-Integration aus der Community, offene REST-API, Websockets, PrometheusSpoolyHome Assistant und REST-API auf der Roadmap
QR-LabelsSpoolmanLabel-Designer mit QR-CodeSpoolyEinzeln und als Serie, Druck auf Niimbot-Etikettendrucker per Bluetooth
NFCSpoolmanTag-Scanner für die kommende Version 0.27 dokumentiert, dazu Apps von DrittenSpoolyIn der App, Android und iOS
HandySpoolmanWeboberfläche für Handys ausgelegt, als Web-App (PWA) installierbar, keine offizielle AppSpoolyWeb-App, Android-App im offenen Test bei Google Play, iOS über TestFlight
BenutzerSpoolmanKeine Anmeldung: Wer das Netzwerk erreicht, kann alles lesen und ändernSpoolyEigenes Konto mit Login
SprachenSpoolman18Spooly12
Projekte und AufträgeSpoolmanNicht enthaltenSpoolyProjekte, Aufträge, Arbeitszeit, Kostenkalkulation und PDF-Kostenaufstellung (Pro)
DruckplanerSpoolmanNicht enthaltenSpoolyEnthalten
FeuchtigkeitSpoolmanNicht enthalten, nur über eigene FelderSpoolyTrocknung, Lagerart und Erinnerungen (Pro)
WartungSpoolmanNicht enthaltenSpoolyWartungsbuch mit Auswertung der Bambu-Fehlercodes (HMS)
Sammlung teilenSpoolmanNicht enthalten, es gibt keine KontenSpoolyPer Link teilen, öffentliches Profil, Community-Katalog mit Filament-Stammdaten
ExtrasSpoolmanEigene Felder, Datenbank wahlweise SQLite, PostgreSQL, MySQL oder CockroachDBSpoolyKI-Foto-Import (Pro), Kosten pro Druck, 96 Achievements, Backup und Wiederherstellung

Wann Spoolman passt

Wenn deine Drucker mit Klipper laufen, ist Spoolman heute die naheliegende Wahl. Moonraker schickt den Verbrauch während des Drucks an Spoolman, sobald du die aktive Spule gewählt hast, in Fluidd, Mainsail oder per Makro.

Spoolman passt auch, wenn du einen Raspberry Pi oder Heimserver hast und deine Daten im eigenen Netz bleiben sollen. Es ist dafür gebaut, im Heimnetz neben deinen Druckern zu laufen, kostet nichts und steht unter MIT-Lizenz. Wer Home Assistant nutzt, eigene Skripte schreibt oder Verbrauchsdaten in Prometheus auswerten will, hat mit der offenen REST-API heute mehr Spielraum als bei Spooly. Eine Home-Assistant-Anbindung und eine offene API stehen bei Spooly auf der Roadmap.

Dazu die Einschränkungen: Spoolman hat bewusst keine Anmeldung. Für den Zugriff von unterwegs empfiehlt das Spoolman-Wiki einen Reverse Proxy mit eigener Authentifizierung. Die Kamera zum Scannen von QR-Codes funktioniert im Browser nur über HTTPS. Und für Bambu Lab gibt es keine eingebaute Anbindung, der Wunsch danach ist auf GitHub seit Dezember 2023 offen. Projekte wie SpoolmanSync (läuft über Home Assistant) oder Bambuddy schließen die Lücke, sind aber weitere Dienste, die du selbst betreibst.

Wann Spooly passt

Spooly ist für Leute gebaut, die ihren Bestand nicht nachpflegen wollen. Bei Bambu Lab holt Spooly die Drucke aus der Bambu Lab Cloud, ordnet sie über die AMS-Slots der richtigen Spule zu und zieht den Verbrauch ab. Das braucht die Cloud-Verbindung: Im reinen LAN-Modus werden Drucke nicht automatisch übernommen. Prusa Connect (auch mit INDX) und Anycubic Cloud sind ebenfalls angebunden. Bei Anycubic nutze ich eine inoffizielle Schnittstelle, deren Zugangstoken nach etwa 90 Tagen abläuft.

Du installierst nichts, du legst ein Konto an. Die Daten liegen auf Servern von Hetzner in der EU. Spooly ist auf das Handy ausgelegt: QR-Labels einzeln oder als Serie, Druck auf Niimbot-Etikettendrucker, NFC-Tags in der App für Android und iOS. Mit Pro kommen der KI-Foto-Import für Rechnungen und Spulen und das Feuchtigkeits-Tracking mit Trocknung und Erinnerungen dazu.

Spooly geht über den Bestand hinaus. Wer Drucke verkauft, legt Projekte und Aufträge an, erfasst Arbeitszeit, kalkuliert die Kosten und schickt dem Kunden eine Kostenaufstellung als PDF. Dazu kommen ein Druckplaner, ein Wartungsbuch, das die Fehlercodes von Bambu Lab auswertet, und die Möglichkeit, deine Sammlung per Link oder über ein öffentliches Profil zu teilen. Spoolman bleibt bewusst bei der Spulenverwaltung.

Bei Klipper und OctoPrint ist Spooly noch nicht so weit. Die Spooly Bridge für Klipper ist noch nicht für alle freigeschaltet, das OctoPrint-Plugin ist Early Alpha. Creality Cloud steht auf der Roadmap. Wenn du nur Klipper-Drucker hast, fährst du mit Spoolman im Moment besser.

Umstieg von Spoolman

Spooly liest deine Spoolman-Datenbank direkt ein. In den Einstellungen lädst du die Datei spoolman.db hoch, bei Docker liegt sie meist im Ordner /data/. Ein JSON-Export aus Spoolman geht auch. Spooly zeigt dir alle gefundenen Spulen, und du wählst aus, welche du übernimmst. Mögliche Duplikate sind schon abgewählt, archivierte Spulen kannst du mitnehmen. Übernommen werden Hersteller, Material, Farbe, Restgewicht, Leerspulengewicht, Preis, Lagerort und Kommentare.

Im Free-Plan zählt jede importierte Spule zum Limit von 20. Während der 14 Tage Trial gilt das Limit nicht.

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Häufige Fragen

Ist Spooly Open Source, und kann ich es selbst hosten?
Beides nein. Spooly gibt es nur als Dienst unter spooly.eu. Wenn dir offener Quellcode oder ein eigener Server wichtig ist, ist Spoolman die bessere Wahl.
Funktioniert Spoolman mit Bambu Lab Druckern?
Nicht direkt. Drittprojekte wie SpoolmanSync, Bambuddy oder OpenSpoolMan buchen den Verbrauch aus dem AMS in Spoolman. Spooly hat die Anbindung über die Bambu Lab Cloud eingebaut.
Ich drucke mit Klipper. Soll ich wechseln?
Im Moment eher nicht, solange die Spooly Bridge noch nicht für alle freigeschaltet ist. Wenn du zusätzlich Drucker von Bambu Lab, Prusa oder Anycubic hast, kann Spooly trotzdem passen.
Kann ich Spooly auch für mein Druck-Business nutzen?
Ja. Mit Pro verwaltest du Projekte und Aufträge, erfasst Arbeitszeit, kalkulierst die Kosten je Auftrag und schickst Kostenaufstellungen als PDF. Spoolman hat dafür keine Funktionen.
Kann ich Spooly kostenlos nutzen?
Ja, bis 20 Spulen, und der automatische Druck-Import ist auch im Free-Plan dabei. Pro kostet 2,99 EUR im Monat, 28,70 EUR im Jahr oder 99,99 EUR einmalig und hebt das Limit auf. Die ersten 14 Tage kannst du Pro ohne Kreditkarte testen.

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